3. Meisterkonzert 2026 "Klavier Duo Italia"
Programm: 20-jähriges Jubiläum
Gioachino Rossini (1792 – 1868)
Ouvertüre zu „Die Italienerin in Algier“
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) Sonate für Klavier zu vier Händen B-Dur, KV 358 (KV 186c)
•Allegro
•Adagio
•Molto presto
Gioachino Rossini (1792 – 1868)
Ouvertüre zu „Der Barbier von Sevilla“
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Johannes Brahms (1833 – 1897)
Vier Ungarische Tänze
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Nr. 1 g-moll, Allegro molto
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Nr. 7 A-Dur, Allegretto
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Nr. 15 B-Dur, Allegretto grazioso
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Nr. 17 fis-moll, Andantino
Antonín Dvořák (1841 – 1904)
Drei Slawische Tänze
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Nr. 2 e-moll op. 72, Allegretto grazioso
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Nr. 5 h-moll op. 72, Poco adagio – Vivace
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Nr. 1 C-Dur op. 46, Presto
Gioachino Rossini (1792 – 1868)
Ouvertüre zu „Die diebische Elster“
Werkbeschreibungen
Gioachino Rossini (1792 – 1868)
Ouvertüre zu „Die Italienerin in Algier“
Gioachino Rossinis Ouvertüre zu Die Italienerin in Algier zeigt bereits im Vorspiel, was seine Komödien so unwiderstehlich macht: Energie, Leichtigkeit und feine Charakterzeichnung. Die Musik beginnt mit einer ruhigen Einleitung, aus der sich allmählich ein bewegter Puls entwickelt. Rasch treten agile Figuren und rhythmische Akzente hervor, die das Klanggeschehen in Schwung versetzen, ohne je an Klarheit zu verlieren. Die typischen Rossini-Steigerungen lassen Spannung entstehen, bevor sich das Material wieder in lächelnder Gelöstheit entfaltet. Man spürt in dieser Ouvertüre den Bühnengeist auch ohne Kenntnis der Handlung: kokette Gesten, überraschende Wendungen und ein gewisses schelmisches Augenzwinkern prägen den Verlauf. Durch geschickte Klangschichtung und melodische Eleganz gewinnt die Musik einen fast tänzerischen Charakter. Am Ende entsteht der Eindruck einer Musik, die lebendig erzählt und unbeschwert unterhält, ohne an kompositorischem Feinsinn einzubüßen. Gerade dieses Gleichgewicht macht die Ouvertüre zu einem eigenständigen Konzertstück voller italienischer Vitalität.
Wolfgang Amadeus Mozart (1756 – 1791) Sonate für Klavier zu vier Händen B-Dur, KV 358 (KV 186c)
Wolfgang Amadeus Mozarts Sonate für Klavier zu vier Händen in B-Dur, KV 358 gehört zu jenen Werken, in denen sich geselliges Musizieren und kompositorische Raffinesse auf besondere Weise verbinden. Bereits im ersten Satz entfaltet sich ein lebendiger Dialog zwischen den beiden Spielern, geprägt von klaren Motiven und ausgewogener Periodik. Die Stimmen greifen ineinander, antworten sich und entwickeln aus einfachen Ideen einen fließenden musikalischen Zusammenhang.
Das Adagio führt in eine ruhigere, nach innen gerichtete Klangwelt. Hier tritt der gesangliche Charakter stärker hervor, und die Musik gewinnt an Wärme und Ausdruckstiefe, ohne ihre schlichte Eleganz zu verlieren. Die gleichberechtigte Verteilung der Stimmen sorgt dabei für eine feine klangliche Balance.
Mit dem abschließenden Molto presto kehrt die heitere Beweglichkeit zurück. Der Satz besticht durch seine spritzige Rhythmik und ein fast spielerisches Temperament, das die beiden Pianisten zu enger Abstimmung herausfordert. So entsteht insgesamt der Eindruck einer Musik, die Leichtigkeit und Struktur verbindet und das gemeinsame Musizieren selbst zum Thema macht.
Gioachino Rossini (1792 – 1868)
Ouvertüre zu „Der Barbier von Sevilla“
Die Ouvertüre zu Der Barbier von Sevilla gehört zu den populärsten Orchesterstücken Rossinis und ist ein Paradebeispiel für seine Kunst der komischen Oper. Sie beginnt mit einer getragenen Einleitung, die ein gewisses Maß an Ruhe und Erwartung aufbaut, bevor sich nach und nach lebhaftere Gesten durchsetzen. Im weiteren Verlauf entfalten sich bewegte Figuren, klare Rhythmen und ein Spiel aus Anspannung und Erleichterung, das dem musikalischen Diskurs eine äußerst unterhaltsame Dramaturgie verleiht. Die berühmten Rossini-Steigerungen sind hier besonders wirkungsvoll eingesetzt: sie schichten Klangfarben und Dynamik zu wirkungsvollen Höhepunkten, bevor sie sich mit charmanter Leichtigkeit auflösen. Trotz ihres konzertanten Charakters bleibt die Ouvertüre dem Geist der Komödie treu: sie umkreist Tempo, Witz und elegante Melodielinien, ohne je ins Grobe zu geraten. So entfaltet sich ein klanglich feines, humorvolles und tänzerisch bewegtes Musikbild, das Rossinis Sinn für Eleganz und Bühnenwitz exemplarisch zeigt.
Johannes Brahms (1833 – 1897)
Ungarische Tänze
Die Ungarischen Tänze von Johannes Brahms verbinden folkloristische Anregung mit kunstvoller Ausarbeitung und gehören zu seinen bekanntesten Werken. In ihnen greift Brahms den Stil der
sogenannten „Zigeunermusik“ auf, wie sie im 19. Jahrhundert in Mitteleuropa populär war, und formt daraus charaktervolle Miniaturen von großer Ausdruckskraft.
Der erste Tanz in g-moll entfaltet mit seinem markanten Rhythmus und den plötzlichen Wechseln von Tempo und Dynamik eine leidenschaftliche Energie. Demgegenüber wirkt Nr. 7 in A-Dur leichter und geschmeidiger, mit tänzerischer Eleganz und feinen Akzenten. Nr. 15 in B-Dur zeichnet sich durch einen anmutigen, beinahe heiteren Ton aus, der durch subtile rhythmische Verschiebungen belebt wird. Der Tanz Nr. 17 in fis-moll führt schließlich in eine ruhigere, etwas nachdenklichere Stimmung, ohne den charakteristischen Schwung ganz aufzugeben.
Gemeinsam ist diesen Stücken die lebendige Gestaltung aus Kontrasten: scharfe rhythmische Profile stehen neben kantablen Linien, impulsive Gesten wechseln mit lyrischen Momenten. So entsteht eine Musik, die gleichermaßen unmittelbar anspricht und doch sorgfältig gearbeitet ist – ein Beispiel für Brahms’ Fähigkeit, volkstümliche Elemente in eine eigenständige künstlerische Sprache zu überführen.
Antonín Dvořák (1841 – 1904)
Slawische Tänze op. 46 und op. 72
Antonín Dvořáks Slawische Tänze verbinden nationale Klangfarben mit einer kunstvoll gestalteten Tonsprache und zählen zu den populärsten Werken des Komponisten. Ausgehend von tänzerischen Vorbildern seiner böhmischen Heimat entwickelt Dvořák eigenständige Charakterstücke, die weniger auf wörtlicher Übernahme als auf stilistischer Anregung beruhen.
Der Tanz in e-moll (op. 72 Nr. 2) entfaltet eine elegante, leicht schwingende Bewegung, deren Anmut durch feine dynamische Abstufungen und eine sangliche Linienführung unterstrichen wird. Demgegenüber beginnt der Tanz in h-moll (op. 72 Nr. 1) mit einer ruhigeren Einleitung, aus der sich ein lebhafter Abschnitt entwickelt, der durch rhythmische Energie und kontrastreiche Gestaltung geprägt ist. Der frühe Tanz in C-Dur (op. 46 Nr. 1) zeigt schließlich eine ungebremste Vitalität: prägnante Rhythmen und ein zupackender Gestus verleihen ihm eine unmittelbare Wirkung.
Charakteristisch für alle Stücke ist das Spiel mit Kontrasten – zwischen lyrischer Innigkeit und tänzerischem Schwung, zwischen feiner Ausarbeitung und volkstümlicher Direktheit. So entsteht eine Musik, die farbenreich erzählt und zugleich die Handschrift eines Komponisten erkennen lässt, der nationale Elemente in einen größeren musikalischen Zusammenhang stellt.
Gioachino Rossini (1792 – 1868)
Ouvertüre zu „Die diebische Elster“
Gioachino Rossinis Ouvertüre zu Die diebische Elster gehört zu den eindrucksvollsten Einleitungen seines Opernschaffens und verbindet dramatische Wirkung mit klanglicher Raffinesse. Schon der Beginn fällt durch markante Trommelwirbel auf, die eine ungewöhnlich spannungsvolle Atmosphäre erzeugen. Aus dieser Einleitung heraus entwickelt sich ein lebendiges musikalisches Geschehen, das zwischen feierlicher Strenge und spielerischer Beweglichkeit wechselt.
Im weiteren Verlauf treten die charakteristischen Rossini-Merkmale deutlich hervor: klare thematische Konturen, federnde Rhythmen und die berühmten Steigerungen, die das musikalische Geschehen zunehmend verdichten. Dabei bleibt die Musik stets transparent und behält ihren eleganten Fluss, selbst in den kraftvolleren Passagen.
Trotz ihres konzertanten Charakters lässt die Ouvertüre bereits die dramatischen Gegensätze der Oper erahnen. Heitere, fast tänzerische Abschnitte stehen neben energisch vorantreibenden Momenten und verleihen dem Werk eine besondere Spannung. So entsteht ein vielschichtiges Klangbild, das gleichermaßen unterhält und durch seine präzise Gestaltung beeindruckt.
Biografie Duo Schiavo-Marchegiani
Das italienische Duo Schiavo-Marchegiani zählt zu den führenden Klavierduos der internationalen Konzertszene und werden seitdem regelmäßig von der internationalen Fachpresse gefeiert. Neben ihrer internationalen Solokonzerttätigkeit haben Sergio Marchegiani und Marco Schiavo seit 2006 weltweit fast 1000 Konzerte in den renommiertesten Konzertsälen und Festivals gegeben, darunter die Carnegie Hall in New York, der Goldene Saal des Musikvereins und das Konzerthaus in Wien, das Mozarteum in Salzburg, die Philharmonie und das Konzerthaus in Berlin und viele weitere Konzertsäle. Aufgrund ihrer glanzvollen Karriere sind sie regelmäßig zu Gast bei den renommiertesten Orchestern wie dem Royal Philharmonic Orchestra, den Berliner Symphonikern, dem Budapester Symphonieorchester, dem Radiosinfonieorchester Prag, dem Philharmonischen Orchester Sofia, dem Kammerorchester Madrid, dem Istanbuler Symphonieorchester, dem New Yorker Symphonieorchester, dem Staatlichen Symphonieorchester Mexiko und dem Symphonieorchester Johannesburg. Sie machten Aufnahmen für nationale Fernseh- und Radiosender in Italien, Deutschland, der Tschechischen Republik (live aus dem Dvořák-Saal), der Schweiz (RTS), Bulgarien, Russland, Mexiko, Hongkong usw.